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 „Gilt das mir?“ fragte der Hofjäger nach einer Pause.

 „Freilich, wenn Sie eine Probe von unseren Gewehren wünschen“, sagte Stülpner... „'s wäre ja unhöflich von uns, wenn wir Ihnen den kleinen Wunsch nicht erfüllen wollten.“

 Pätzold stellte das Gewehr ganz unbemerkt wieder hin. Stülpner konnte kaum das Lachen verbeißen.

  „Er ist ein verfluchter Kerl“, sagte jener.

 „Aber auch ein sehr höflicher“, versetzte der Raubschütz... „und weil ich weiß, daß Sie mir in der Höflichkeit kein schlechtes Beispiel geben werden, bitte ich Sie noch um ein wenig Feuer für meine Pfeife. Mein Schwamm will nicht recht fangen, scheint nass geworden zu sein.“

 Gewiss hatte der Herr Hofjäger unter solchen bedrohlichen Umständen, denn die drei Gewehre blieben in unverrückter Lage auf ihn gerichtet, noch keinen Raucher Feuer gegeben und wie endlich Stülpners Pfeife brannte, sagte er : „Dank schön, Herr Hofjäger. Kann ich Ihnen   wieder einmal gefällig sein, soll's geschehen.“

 „Schon gut. Adieu!“ Mit diesen Worten zog sich der Herr Hofjäger etwas eilig in die Weite.

     Über diesen Spaß wurde viel gelacht, der Hofjäger fand es für zweckmäßig, höflichkeitshalber mehrere Rendezvous mit Stülpner zu vermeiden, wer wußte denn, ob der Raubschütz wieder in so guter Laune sein würde? Eines Tages verbreitete sich das Gerücht, der Stülpner reite jetzt auf die Jagd und der Schnelligkeit wegen auf einem Hirsche. Dieser Sache lag ein

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